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~~   Urlaub mit Hund auf der Insel Hiddensee und Rügen, Deutschland Sep. 2005  ~~
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Schon wieder wird es nichts mit einer Fernreise im Jahr 2005. Gabi und Lotti (unsere junge Hundedame) wollen nun mal auf die Insel Hiddensee. Und gegen zwei Frauen anzukämpfen bedeutet ohnehin, auf verlorenem Posten zu stehen. Also heißt es, sich über Hiddensee etwas kundig zu machen. Denn außer der Tatsache, dass es sich um eine Insel in der Ostsee nahe Rügen handelt und dass sie sehr schön sein soll, weiß ich wirklich nicht viel mehr. (unten)



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Unter den einzelnen Bildern stehen übrigens weitere Infos

Ein schmales, langes Handtuch ist die Insel Hiddensee, zeigt mir gleich die erste aufgerufene Seite im Internet. Die Insel nebenan - es ist Rügen - erscheint dagegen riesig. Genau 18,6 km Länge hat Hiddensee und die Breite - na ja - 300 m bis immerhin 3 km ganz im Norden. 4 Dörfer zählt man auf der Insel mit den Namen Vitte, Neuendorf, Kloster sowie ein paar Häusern als Grieben. Gerade mal 1200 Menschen leben dort, wenn es keine Touristen gäbe. Die gibt es aber reichlich, denn praktisch jedes Haus vermietet an Gäste. Kurtaxe darf man auch zahlen, selbst die vielen von Rügen einfallenden Tagestouristen. Wie es sich für eine Insel im übrigen gehört, kommt man nur per Schiff dort hin und zwar immer ohne Auto. Auf Hiddensee läuft man, fährt mit dem Mietfahrrad, der Pferdekutsche oder dem einzigen Bus. Auch Hunde darf der zahlende Kurgast auf die Insel mitbringen; er soll sich dann aber gefälligst so verhalten, als ob er keinen Hund dabei hätte: Leinenzwang auf ganz Hiddensee, Kacktütchen an den Stränden Fehlanzeige, mißbilligende Blicke sogar am Hundestrand. Nein, hundefreundlich ist Hiddensee wirklich nicht und auch ansonsten hat die Freundlichkeit auf der Insel nicht unbedingt überzeugt. Rügen ist da schon weitaus toleranter, wie uns der anschließende Aufenthalt im sehr empfehlenswerten Ostseebad Göhren gezeigt hat.

Natürlich gibt es auf Hiddensee auch Hundeliebhaber sowohl unter den Einheimischen, als auch unter den Touristen. Diese Einheimischen freuen sich auf die Winterzeit, wenn nur wenige Gäste da sind, denn dann können sie endlich mal ihre Hunde frei laufen und sich austoben lassen. Die Touristen freuen sich, wenn so ein Hündchen anbandelt und Kontakte schafft. Über mangelnde nette Unterhaltungen brauchen wir uns folglich nicht zu beklagen. Ein Ehepaar aus Thüringen haben wir sogar besonders glücklich gemacht. Konnten wir doch einen Ersatz für ihren 2003 verstorbenen Cocker Spaniel mit unserer Züchterin vermitteln. Die Beiden werden jetzt - trotz Hund - von Hiddensee sicherlich schwärmen.

Landschaftlich ist die Insel Hiddensee nämlich ein Genuß. Kilometerlange, weißsandige Strände von Nord bis Süd auf der einen Seite, der offenen Ostseeseite; schilfbewachsen die Boddenseite mit stetem Blick hinüber bis zur Insel Rügen. Platt ist Hiddensee, lediglich der Norden zeigt einige Erhebungen, die als markante Steilküste an der Ostsee enden. Nahe der höchsten Stelle hat hier auch ein dekorativer, weißer Leuchtturm mit roter Haube seinen Platz gefunden. Wege führen in alle Richtungen, so dass fast die ganze Insel zu Fuß oder per Radel erkundet werden kann. Und das macht Spaß, denn die Landschaft und Vegetation ist - trotz der Kleinheit der Insel - erstaunlich vielfältig: Wiesen mit unzähligen Blumen, Weiden mit Kühen und Pferden drauf, blühende Heide, Kiefernwald, bewachsene Dünen, moorige Areale, Schilfgebiete, hier und da noch ein kleineres Gewässer mit badenden Wildgänsen und anderen Vögeln drauf, usw. usw. Und nicht zu vergessen die dichten Reihen von Heckenrosen auf dem Dünenwall sowie das Wahrzeichen von Hiddensee - jedenfalls empfand ich es so -, den Sanddornstrauch mit seinen tausenden von orange-roten Beeren dran. Alles wird aus dem bitteren Sanddorn gemacht, angefangen vom Sanddornsaft (mit geballtem Vitamin C ) über Marmelade, Wein, Tee, Seife, Creme etc. bis hin zu Gummibärchen. So eine natürliche Beere schiebt man sich allerdings nur ein Mal in den Mund.

Die ganze Insel haben wir in den 8 Tagen Aufenthalt selbstverständlich erkundet. Wie es auf Hiddensee nicht anders sein kann, führen unsere Wege hauptsächlich von Nord nach Süd und von Süd nach Nord. So um die 10 km dürften es täglich schon gewesen sein. Und meist natürlich per pedes mit Lotti an der langen Leine. Fahrräder haben wir auch mal 2 Tage lang für die entfernteren Gebiete gemietet; 5 Euro pro Tag und Rad mit zusätzlich 1 Euro pro Tag für das Hundekörbchen. Das enge Gefängnis will Lotti aber gar nicht gefallen. Klägliches Jammern ist zu hören, wenn die Gitterhaube über ihr schließt. Herrchen macht den Chauffeur und hat seine liebe Müh und Not, das Gefährt mit dem schwankenden Gewicht hinten drauf, auf Kurs zu halten. Umgefallen sind wir Gott sei Dank aber nicht, was mich noch heute freut. Ab und zu haben wir auf Hiddensee - ich sage es nur leise und hinter vorgehaltener Hand - auch Verbotenes getan. Weit ab von Vitte, Kloster, Neuendorf lassen wir Lotti nämlich am Strand laufen, toben und baden, ganz ohne jede Strippe. Und es hat keinen gestört. Warum sollte es auch stören, wenn nur ein paar Strandwanderer vorbei kommen? Wir mosern ja auch nicht, wenn ein fetter, wenig ansehnlicher Nacktarsch an uns vorbei stolziert. Hübsche Pos sieht man am Strand natürlich ebenfalls. Je nach Lust und Laune hält die Trägerin ihn bedeckt oder zeigt ihn wie vom Herrgott geschaffen. Das Gleiche wird obenrum gemacht. Auf der Insel gibt's dafür keine Vorschriften.

Wie erreicht man eigentlich die Insel Hiddensee, wenn man z.B. von Düsseldorf aus hin will? war auch unsere Frage. Wir wollen es bequem und buchen daher einfach den Autoreisezug von Dortmund bis Rostock. Über die B 105 oder über die erst teilfertige Autobahn nach Stralsund, ist die nächste Entscheidung. Wir nehmen die 105 und sind bereits nach 1 1/2 Stunden auf dem Rügendamm. Noch 40 km Fahrt quer durch Rügen bis zum kleinen Ort Schaprode, an dem das Auto auf einem der bewachten Parkplätze bleiben muss. Gerade rechtzeitig laufen wir ein, denn die letzte Fähre nach Hiddensee geht um 18.00 Uhr; ansonsten bliebe nur das teure Schiffstaxi. 50 Min. dauert die Überfahrt und der winzige Hafen von Vitte ist erreicht. Hier wird man empfangen oder auch nicht. Wird man nicht empfangen - so wie wir - dann sucht man den Handkarren des Vermieters, lädt sein Gepäck drauf und wandert los. Findet man den Karren aber nicht - wie etwa bei uns - , weil er an einer anderen Anlegestelle steht, dann wandert man ebenfalls los, wenn auch unzufriedener. Hat man endlich sein Feriendomizil ganz am Ende von Vitte ausfindig gemacht und erfährt dort von der 2. Anlegestelle, radelt man nunmehr mit einem Leihfahrrad bequem und kostenlos zum Hafen zurück, um Gepäck, Frau und Hund zum endgültigen Ziel auf Hiddensee zu bringen.

Eine der reichlich vorhandenen Ferienwohnungen haben wir in Vitte, dem größten Ort auf Hiddensee, über das Internet angemietet und hätten dort natürlich selbst kochen können. Dann hätten wir allerdings den bereits lecker angerichteten Fisch aus den Gefilden um Hiddensee in den diversen Restaurants verpasst, was wirklich traurig gewesen wäre. Jeden Abend wird daher ein anderes Lokal aufgesucht. Viel mehr als gut Essen kann man auf der Insel um diese Uhrzeit aber ohnehin nicht machen. Ab 21.30 Uhr schläft Vitte; wie mag's da erst in Grieben zugehen? Immerhin hat Vitte aber drei nennenswerte Straßen; zwei Längs- und damit längere Straßen sowie eine Querstraße. Letztere Straße beginnt am Hafen, endet zwar bereits nach 100 m an der 2. Längsstraße, hat es aber dennoch in sich. Denn hier befindet sich der einzige Lebensmittelladen von Vitte und bildet zusammen mit dem Hafen den absoluten Mittelpunkt von Hiddensee. Jeden kann man hier treffen - wenn man nur lange genug bleibt. Jeder muß nämlich mal einkaufen, weil z.B. die letzte Bierdose leer ist oder weil man ein Fischbrötchen oder Kaffee am Hafen genießen will oder einfach nur dem gemächlichen Treiben von Hiddensee bei den Fähren zuschauen möchte.

Noch gemächlicher wird's jedoch in Neuendorf und Kloster; von Grieben schweige ich lieber. Neuendorf empfand ich - um ehrlich zu sein - nicht einmal als Dorf. Wie hingewürfelt stehen ein paar Häuser und Gehöfte hier und da in der Landschaft. Recht hübsche Häuser sind es schon, die meisten wohl für Gäste. Kloster hingegen sieht man kaum. Unter mächtigen Linden und Bäumen versteckt es sich im Wesentlichen. Sehr idyllisch sieht alles aus und ist es auch. Wer zum sehenswerten Leuchtturm auf den wenigen Hügeln im Norden von Hiddensee will, der muß durch Kloster. Und wer schon hoch wandert - das tun alle Besucher - der wird mit einem wunderschönen Blick über die ganze Insel Hiddensee, die Ostsee, die Bodden bis hin nach Rügen belohnt. Nur noch ein paar Wanderschritte vom Leuchtturm entfernt, dann steht man oben auf der Steilküste und meint, irgendwo in südlichen Gefilden zu sein. Hinabsteigen zum Wasser könnte man ebenfalls - wie ich gehört habe -, doch wer's angenehmer möchte, der radelt einfach von unten an die Steilküste heran und stattet dabei zwangsläufig Grieben noch einen Besuch ab. Erstaunt stellt man zudem fest, dass es in dieser Nord-Ost-Ecke von Hiddensee ebenfalls einen Strand gibt, der weit an der Halbinsel Neu-Bessin entlang zieht und so gut wie menschenleer ist. Alt- und Neu-Bessin - beides schmale Halbinseln - stehen seit der Wende unter Naturschutz; selbst radeln ist dort nicht erlaubt. Zum Strand wandert man durch einen langen, grünen Tunnel, der aus hohem Sanddorn und sonstigem Gebüsch geformt wird. Fast ein Geheimtipp.

Aus all dem Geschriebenen folgt, auf der Insel Hiddensee ist nun mal Erholung und nicht Stress (jedenfalls für die Nichthundebesitzer) angesagt. Diese Erkenntnis hat offenbar bereits im vorletzten Jahrhundert auch den bekannten Schriftsteller Gerhard Hauptmann dazu veranlasst, seine Zelte in Kloster aufzuschlagen. Haus und Grab des Nobel-Preisträgers können noch heute besichtigt werden. Sollte letztlich auf der Insel auch noch das Wetter stimmen - wie bei uns mit reichlich Sonnenschein - kann ich mit voller Überzeugung sagen:

Hiddensee ist eine wunderschöne Insel (wenn man ohne seinen Hund kommt)

- Zur Frage der Hundefeindlichkeit  h i e r  eine Gegenstimme -

- Zum Urlaub auf Rügen braucht man nur drauf klicken -


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