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‹berblick meiner Nord-Argentinien ~ Bolivien ~ Nord-Chile - Reise. Die Bilder der Reise
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Den Süden von Argentinien und Chile hatte ich bereits Ende 1995/Anfang 1996 bereist, wie man H I E R nachlesen kann. Nunmehr in 2008 - denk ich so bei mir - wird es wirklich höchste Zeit, auch mal den Norden beider Länder in Augenschein zu nehmen. Und da Bolivien gleich nebenan liegt, sollte dieses faszinierende Land mit seinem südlichen Teil ebenfalls dabei sein; den nördlichen Teil hatte ich ja schon 1984 kennengelernt. Beim Veranstalter Suntours werde ich - wie schon mehrfach - fündig und buche für August die Reise mit dem Namen "Wüsten, Salzseen und Geysire". Gabi will mich wegen Lotti wiederum nicht begleiten.

Gut 15 Stunden dauert die reine Flugzeit von Düsseldorf über Madrid bis Buenos Aires. Dort ist jetzt Winter und es regnet. Aber schon am nächsten Tag scheint wieder die Sonne und so wird es bis zum Ende der Reise in Santiago de Chile auch bleiben. Dennoch viel, viel Kälte erwartet uns 9 Reisende - 2 Ehepaare zuzüglich 4 Solofrauen ab dem zarten Alter von 49 Jahren und meine Wenigkeit -, denn per Bus und Jeeps geht's auf Höhen von fast 5.000 Meter. Feste Unterkünfte stehen Gott sei Dank zur Verfügung; in den kältesten Regionen Boliviens allerdings ohne Heizung, jedoch mit Betten, die Generationen von Reisenden schon durchgewärmt haben. (Die nachfolgenden blauen Links rufen die entsprechenden Seiten der Bildergalerie auf.)

Eigentlicher Ausgangspunkt unserer Busreise ist die Stadt Salta, ganz im NW von Argentinien. Nach 2-stündigem Flug ist das alte, recht hübsche koloniale Städtchen am Rande der Anden erreicht. Und hier geht am nächsten Tag die Fahrerei los, die erst nach drei Wochen enden wird. Die lange Schlucht Quebrada de Humahuaca - eher ein Tal zu nennen - ist das erste Ziel. Von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, begeistert das Farbenspiel der steilen, fast bunten und erodierenden Berghänge. Im Städtchen Tilcara mit einem alten, restaurierten, indianischen Wehrdorf wird für zwei Nächte Quartier genommen. Der Folgetag gilt der indianisch geprägten Region um Iruya. Hinter dem Pass des Condors mit stolzen 4.000 m Höhe versteckt sich das Dörfchen Iruya tief unten in einer faszinierenden Schlucht. Rucksacktouristen haben den Ort für sich entdeckt und das heißt - so weiß ich aus Erfahrung - in Iruya muss man gewesen sein.

Heute geht's bereits nach Bolivien. Zurück über Jujuy (gesprochen: Chuchui) bis nach Salta und wieder nordwärts durch fruchtbares, flaches Land zur Grenze. Mit neuem (jedoch uraltem) Bus und Reiseleiter wird die lange Fahrt fortgesetzt. Zunächst 100 km durch waschechten Primärurwald, später über karges Land und Höhen, bis die Weinstadt Tarija bei Dunkelheit erreicht ist. Eine recht kurzfristig angesetzte Parlamentswahl in Bolivien mit ärgerlichem Alkohol- und Fahrverbot am Samstag und Sonntag bringt unser Programm - wie schon kurz vor der Reise - erneut durcheinander. Wegen angekündigter Streiks mit Straßensperrungen im weiten Umfeld von Tarija müssen wir noch am selben Abend in Richtung der Silberstadt Potosí aufbrechen. Erst um 2.00 Uhr nachts bette ich denn mein müdes Haupt irgendwo in den Bergen zwischen Tarija und Potosi.

Gott sei Dank habe ich - wegen der Zeitverschiebung in Bolivien - eine Stunde länger als die unwissende Gruppe schlafen können; mich hat nämlich der Reiseleiter zur vereinbarten Stunde geweckt. 200 km sind in Deutschland kein Thema. In Bolivien kann es 10 Stunden Fahrt bedeuten und deshalb sind wir nach Potosi auch den ganzen Folgetag unterwegs. Recht öde wirkt die Berglandschaft, durch die wir kommen. Einige Photostops melde ich dennoch an. Erste Lamas zeigen sich und am späten Nachmittag taucht endlich der berühmt-berüchtigte Silberberg von Potosi in der Ferne auf. Schneebedeckt scheint er wirklich aus Silber zu sein. Erfreulicherweise erzwingt die Parlamentswahl 2 Ruhetage im wirklich sehenswerten Potosí auf einer Höhe von über 4.000 m. Allgegenwärtig in der Stadt ist das koloniale Flair, wie auch der Silberberg, in dem heute noch 17.000 Mann schuften sollen. Mutig dringt sogar unsere Gruppe in einen tiefen Silberstollen ein; leider war alles Silber schon weg.

Ein weiterer Fahrtag bringt uns bis zur wenig aufregenden Stadt Uyuni auf dem Altiplano. Dennoch, jeder Tourist nächtigt hier, denn die Stadt ist Ausgangspunkt für Touren über den grandiosen Salzsee 'Salar de Uyuni' sowie die südlicher gelegenen, überirdisch schönen Lagunen mit Tausenden von Flamingos. Also nächtigen auch wir in Uyuni. Die Fahrt über die gleißend weiße, tischebene Fläche des größten Salzsees der Welt zum aufgegebenen Salzhotel und weiter zur Fischinsel Incahuasi wird zum absolut unvergesslichen Erlebnis. (Leider gilt dies auch für die abartigen, schwarzen Scheiben an unseren in Uyuni übernommenen Jeeps, die jeden vernünftigen Durchblick verhindern.) San Juan, ein Ort im Nichts des Altiplano, muss man nicht unbedingt kennen; man schläft dort - platt gedrückt durch schwere Decken - und freut sich auf den morgigen Besuch der Lagunen.

Die Lagunen, meist auf über 4.000 m, zeigen sich entweder in blauer, auch grüner oder sogar roter Wasserfarbe. Algen sind dafür verantwortlich und schneeweiße, weite Flächen Salzes durchziehen die jeweilige Farbe. Umgeben ist so eine Lagune von elegant geschwungenen, oft rötlichen Hügeln und Bergen, auch dunklen Vulkanen und über allem steht ein tiefblauer Himmel. Als i-Tüpfelchen in dieser zauberhaften Komposition schweben noch Hunderte von rosaroten Flamingos über den Lagunen oder gründeln in großen Kolonien im Wasser. Einmalig der Anblick und die Kameras klicken im Sekundentakt. Zeit und Wärme müßte man an den Lagunen nur noch haben, dann ... Immerhin eine Nacht ist uns an der phantastischen Laguna Colorada vergönnt und sieben Gruppenmitglieder können sich (wegen Überbuchung) in einem Siebenbettzimmer gegenseitig wärmen. Früh heißt`s aber wieder aufstehen, denn Geysire, warme Quellen und die Laguna Verde erwarten unseren Besuch.

Die schwarzen Fensterscheiben werden beim Grenzübertritt nach Chile umgehend durchsichtig. Ein Bus empfängt uns nämlich und auf guter Straße (wie üblich in Chile) rauschen wir von 4.000 m hinab dem Ort San Pedro de Atacama zu. San Pedro ist ein Touristenstädtchen und Ausgangspunkt zum nahen Valle de la Luna und den in 4.300 m Höhe liegenden, spektakulären Geysiren del Tatio. Beides zu erleben ist natürlich auch für uns ein Muss - ersteres bis zum Sonnenuntergang, letzteres bei Sonnenaufgang. Die Atacama-Wüste, die Andenkordillere, das Küstengebirge und der Pazifische Ozean werden ab jetzt unsere ständigen Begleiter. Gut 1.500 km liegen zwischen der Wüstenstadt Calama im Norden Chiles bis zum Endpunkt der Reise in der Hauptstadt Santiago de Chile. Mal geht's am Meer entlang mit phantastischen, riesigen Strandbuchten und Steilküsten, mal durch die weite Öde der Atacamawüste mit Blick auf die schneebedeckte Kette der hohen Andenberge, mal durchs Küstengebirge oder auch auf vorgelagerte Inseln im Pazifik, um Humboldt-Pinguinen, dösenden Mähnenrobben oder flinken Delphinen 'Guten Tag' zu sagen. Die Nacht in Chile ist dagegen dem funkelnden, südlichen Sternenhimmel vorbehalten; im Valle del Elqui (ca. 100 km östlich von La Serena) läßt ein Observatoriumsbesuch uns sogar tief in die Milchstraße blicken.

Fazit der Reise: Es war eine anstrengende Tour, bedingt durch viel Fahrerei, enorme Höhenunterschiede und stetem Wechsel von warm bis weit unter 0 Grad. Dennnoch, alle haben die Reise gut überstanden und ich bin froh, sie mitgemacht zu haben. Die erlebten Höhepunkte lassen die Strapazen, die unpassende bolivianische Parlamentswahl sowie einige Unzulänglichkeiten dieser ABC-Tour schnell vergessen.


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