Zur Eingangsseite der Chinareise

CHINA

 

 

 

 

 
Die Quelle des Textes:  http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Schluchten-Staudamm
(Meine Ansichten zum Projekt ergeben sich aus dem Bericht)
 





Das Drei-Schluchten-Projekt

Die Vorgeschichte

Die Idee eines riesigen Staudammes unterhalb der drei Schluchten wurde schon seit Jahrzehnten versucht zu realisieren. Es war der Traum jedes großen chinesischen Herrschers den unberechenbaren Jangtsekiang zu bändigen. Zwischen 1944 und 1946 wurde die US-Behörde ?Reclamation Bureau?, welche Staudämme konzipiert, beauftragt, einen solchen Staudamm zu entwerfen. Doch als es soweit war, wurde das Vorhaben durch den Bürgerkrieg gestoppt. Es war Mao Zedong (Vorsitzender der Kommunistischen Partei), der 1958 es wieder einmal versuchte das Projekt zu realisieren, doch dieses Mal scheiterte es an den zu hohen Baukosten. Als 1969 die Provinz Hubei das Projekt wieder erweckt hatte, lehnte Mao Zedong das Vorhaben aus politisch-militärischen Gründen ab. Als Ersatz aber wurde der kleinere Staudamm Gezhouba, nach 18 Jahren Bauzeit, fertiggestellt. Er befindet sich 40 km südlich der drei Schluchten. Unter Deng Xiaoping kam das Drei-Schluchten-Projekt 1984 wieder zur Ansprache. Auf Grund starker Proteste und Bedenken des Nationalen Volkskongresses wurden 1986 Vertiefungsstudien durchgeführt. 1986 wurde auf Basis einer bilateralen Vereinbarung ein chinesisch-kanadisches Konsortium mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die durch die Weltbank und durch die kanadische Regierung finanziert wurde. 1989 kam es dann zu einem Massaker am Tian?anmen-Platz. Dort wurden Gegner des Staudammes mundtot gemacht. Von da an wurde jede Kritik an dem Projekt verboten. Sogar das Buch der wohl berühmtesten Staudammgegnerin Dai Qing wurde verbrannt. 1992 wurde das Projekt durch die Abstimmung im Volkskongress genehmigt. Allerdings mit einem Negativ-Rekord, denn noch nie in der Geschichte des Nationalen Volkskongresses haben ein Drittel der Stimmberechtigten nicht zugestimmt (Ergebnis: 1767 ja, 177 nein und 664 Enthaltungen). Da jede Kritik dem Projekt gegenüber untersagt wurde, konnten sich Kritiker nur im Ausland darüber äußern. Ministerpräsident Li Peng, ehemaliger Energieminister, ist der Hauptverfechter des Projektes. Er duldet keinerlei Widerspruch. Mahnungen der Kritiker nimmt er nicht ernst. Li Peng will ohne Rücksicht auf Verluste das Projekt durchziehen. Wer ihm im Weg steht wird beseitigt, wie die Journalistin Dai Qing, die sogar schon für zehn Monate hinter Gittern landete und Publikumsverbot auferlegt bekam.
Bauverlauf
Am 22. November 1997 wurde mit dem Bau begonnen. Zuerst wurde der Fluss durch einen 3,7 Kilometer langen Kanal umgeleitet, damit die Arbeiten am Damm beginnen konnten. Am 1. Juni 2003 wurden die Schleusen des Damms geschlossen; damit begann die erste Teilflutung.
Kosten
Die Kosten des Dammbaus wurden Anfangs mit 26 Mrd. US$ beziffert, inzwischen (2002) wurden allerdings schon 50 Mrd. US$ verbaut, so dass Schätzungen von Gesamtkosten von 75 Mrd. US$ bis 2013 ausgehen. Finanziert wird der Staudamm größtenteils vom chinesischen Volk, das mit einer Sondersteuer belastet wird, sowie zu 65% durch Kredite der staatlichen chinesischen Entwicklungsbank. Auch ausländische Investoren sind an dem Projekt beteiligt, von denen als wichtigste die Investmentbank Morgan-Stanley sowie die kanadische Regierung zu nennen sind.
Der Drei-Schluchten-Staudamm
In einem Punkt sind sich alle einig, der Drei-Schluchten-Staudamm wird in die Geschichte eingehen und Rekorde schreiben. Andere sprechen nicht nur von einem Bauprojekt, sondern ?vom Stolz der chinesischen Rasse?. Fast zwei Millionen Menschen müssen für ihn und seine Ausmaße Platz machen. Der Staudamm wird den drittlängsten Fluss (6.300 Kilometer) der Welt aufstauen. 1994 wurde mit dem Bau begonnen und das, obwohl noch vorhersehbare Probleme ungelöst blieben. Der Staudamm wird am Ostausgang der letzten Schlucht, der Xilling Schlucht, errichtet. Seine Staumauer wird eine sagenhafte Länge von fast zwei Kilometern (exakt 1983 m) erreichen. Im Jahre 2009 soll das Wasser 175 Meter die 185 Meter hohe Staumauer hochklettern. Dabei bildet sich ein 660 km langer Stausee. Die implantierten 26 Riesenturbinen erzeugen dann soviel Strom wie 16 Atomkraftwerke der Biblis-Klasse. Das entspricht einer Leistung von 18.200 Megawatt und wäre somit das größte Elektrizitätswerk der Welt. Um diesen Koloss zu errichten werden 18.000 Armeearbeiter benötigt. Pro Tag werden 350 LKW-Ladungen voll mit Zement verbraucht, wobei jede Ladung ungefähr 20 Tonnen schwer ist. Doch vorher musste der Jangtsekiang umgeleitet werden. Das Wasser fließt durch Kanäle ab und wird von zwei Hilfsdämmen kontrolliert, so dass die Baustelle stets trocken bleibt.
Technische Daten
Staudamm-Länge: 1.983 m
Höhe des Staudammes: 185 m (über NN)
Normaler Wasserpegel: bei 175 m (über NN)
Minimaler Betriebswasserstand: 145 m (über NN)
Staukapazität für Hochwasser: 22,1 Mrd. m³
Regulierter Abfluss in der trockenen Saison: 5.860 m³/sek.
Stromerzeugung: 18.200 Megawatt
Durchschnittlich Stromerzeugung pro Jahr: 84.000 Gigawattstunden
Überflutetes Gebiet: bei normalem Wasserstand 23.793 Hektar Land
Überflutete Städte: 13
Überflutete Fabriken: 657
Umzusiedelnde Personen: ca. 2 Millionen
Bauvolumen:
Abtragung von Erde und Felsen: 8.789 Mio. m³
Auffüllung von Erde und Felsen: 3,124 Mio. m³
Beton: 2,689 Mio. m³
(Tabelle entnommen aus: Freiwald, E., Germany, Der Drei-Schluchten-Staudamm, Hamburg 1997)
Die Ziele und deren Kritik
Flutkontrolle
Der Hauptgrund für den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms ist die Kontrolle des Flutwassers und die Verhinderung von Überschwemmungen. Im letzten Jahrhundert sind 3 Millionen Menschen in den Fluten des Jangtsekiangs ums Leben gekommen. Allein in den letzten 15 Jahren gab es 6 Flutkatastrophen in China. Und jedes Mal fielen Tausende von Menschen den Fluten zum Opfer. Die letzte ?Jahrhundertflut? war 1996. Drei Millionen Menschen waren am Jangtsekiang im Einsatz um schlimmeres zu verhindern. Doch nach Ansicht von Kritikern genügt es nicht allein einen Riesenstaudamm zu errichten, um die Überschwemmungen zu verhindern, sondern man muss die Ursachen bekämpfen. All zu gern sucht man die Ursache für die verheerenden Überschwemmungen bei den schweren Regenfällen, doch dabei werden die vom Menschen geschaffenen Ursachen schnell übersehen. Ein gravierender Punkt ist die Abholzung der Wälder entlang des Jangtsekiangs, der übrigens unter den Chinesen auch Changjiang (?langer Fluss?) genannt wird. Denn einst haben diese Wälder einen Teil der Regenfällen abgefangen, doch nun fließt der Niederschlag unmittelbar in den Strom. Durch die stetig steigende Bevölkerungszahl wurden Seen zur Gewinnung von Ackerland trocken gelegt. Das ist ein weiterer Punkt, weswegen es zu Überflutungen kommen kann. Denn die Seen nehmen das Hochwasser des Jangtsekiangs auf. Dass diese Seen immer weniger werden, zeigt das Beispiel Hubei. 1949 gab es dort rund 1066 Seen, doch inzwischen ist die Anzahl der Seen auf 325 gesunken. Statt die Ursachen zu bekämpfen, schaut man darüber hinweg. Und bei einer Flutkatastrophe, wie 1996, versucht man dann alles zu vertuschen, um ja nicht als Versager dazustehen. Um Unruhen zu verhindern, verhängt man Nachrichtensperren auf die betroffenen Gebiete und dann erfährt auch niemand, dass Tausende von Menschen ertrinken. Über Wochen bleiben die Zahlen der Opfer nahezu unverändert, aber wird schon niemand merken. Das Paradoxeste an der ganzen Sache war aber, dass die Flut nicht unvorhergesehen kam. Denn Meteorologen haben vor einer derartigen Katastrophenflut in den Sommermonaten gewarnt, da es in den Wintermonaten in Tibet heftige Schneefälle gegeben hatte, doch die Regierung überhörte die Warnungen. Kritiker verweisen auch auf die Nebenflüsse des Jangtsekiang, auf die der Staudamm keinerlei Einfluss hat. Zum Beispiel der Huai He, der sei ebenfalls für Hochwasser und Überschwemmungen verantwortlich.
Energiegewinnung
In einem Land, in dem akuter Strommangel herrscht, kommt die saubere Energie, die der Staudamm liefert, wie gerufen. Zur Zeit werden 75% des Strombedarfs durch die Verbrennung von Kohle erzeugt. Das ist viel zu viel, so auch die Projektleiter. Also nutzt man das Gefälle, welches durch die Errichtung der Staumauer entsteht, zur Energiegewinnung. So kann man jährlich 84 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugen, das entspricht einer Verstromung von 50 Millionen Tonnen Kohle oder in etwa 1/6 des Jahresbedarfs in Deutschland. Der gewonnene Strom wird dann zu den Provinzen geleitet, dafür müssen insgesamt 9100 Kilometer Stromleitungen verlegt werden. Nicht nur für die privaten Haushalte wird der Strom benötigt auch für die industrielle Entwicklung der Provinzen, wie Sichuans. Generell geht man davon aus, dass der Bedarf an Strom in ganz China durch den industriellen Fortschritt steigen wird. Allerdings muss dafür der Betriebswasserstand sehr hoch gehalten werden, um maximalen Gewinn an Energie zu erzielen. Hier kommt es dann zu einem Konflikt der beiden Hauptziele. Dai Qing kritisierte: ?Um die Energiegewinnung zu maximieren, müsste das Staubecken bis zum Rand gefüllt werden; zum Schutz vor Hochwasser sollte es dagegen leer gehalten werden: Die chinesische Regierung hat bislang nicht erklärt, wie der Damm beide Aufgaben gleichzeitig erfüllen kann.? Außerdem bemängeln Kritiker die zu optimistischen Prognosen der Energiegewinnung. Sie sagen, dass die 26 Turbinen höchstens die jährliche Energie von 9 Atomkraftwerken produzieren können und nicht, wie von den Projektleitern versichert, von 16 Atomkraftwerken. Da man in den Winter- bis Frühlingsmonaten, die Monate der Hochfluten, den Betriebswasserstand absenken müsse. Darunter leidet dann die Leistung der Turbinen. Hinzu kommt noch, das man durch die saubere Stromerzeugung eine hohe Menge an Kohlendioxidausstoß der Kraftwerke einsparen kann. Das ist einerseits positiv, doch andererseits entsteht durch die Verrottung der überfluteten Gebiete Methangas, und das hat weitaus höhere Auswirkungen auf den Treibhauseffekt als Kohlendioxid. Siemens lieferte für das Projekt die Turbinen und Generatoren.
Schiffbarkeit
Bisher war die Schiffbarkeit des Jangtsekiang durch die geringe Wassertiefe stark eingeschränkt, da eine Wassertiefe von 2-3 Metern nicht ausreicht, um größere Frachtschiffe zu ?tragen?. Außerdem sind die hohen und engen Schluchten eine große Gefahr für die Schiffe. Durch den Stausee werden die riesigen Schluchten kleiner und die Wassertiefe steigt im Durchschnitt um 70 Meter. Die Schleusen am Staudamm sind für 3500 Tonnen Gewicht ausgelegt. Durch die Erhöhung der Transportkapazität werden auch die Preise sinken, so dass die Häfen attraktiver und lukrativer werden. Kritiker aber halten es für unwahrscheinlich, dass die Schleuse störungsfrei arbeiten wird, denn bisher hat man bei anderen Schleusen beobachtet, dass diese nur 30% ihrer Leistung bringen.
Wasser für den Norden
Ein weiteres Projekt, das eng mit dem Dammbau verbunden ist, wurde im Jahr 2002 genehmigt. In den Nordprovinzen leiden viele Städte an Wassermangel, da der Wasserverbrauch durch Bevölkerungswachstum und Industrieansiedlungen extrem gestiegen ist. Mit einem Wasserleitungsnetz ist nun geplant, Wasser aus den südlichen Gebieten, und hier vor allem aus dem Jangtsekiang, in den Norden zu pumpen. Schon ab 2005 soll das erste Wasser fließen und 2010 Peking und andere Städte mit bis zu 48 Milliarden Tonnen Wasser versorgt werden.
Ökologische Auswirkungen und Risiken
Viele Nationen haben erkannt, dass die Langzeitfolgen eines solchen riesigen Baus nicht vorhersehbar sind. Die USA zum Beispiel hat verkündet keine Riesenbauten mehr zu realisieren, da die ökologischen Schäden zu enorm sind. Schon jetzt investiere man Milliarden Dollar um die Auswirkungen der Dammbauten zu reparieren. Doch China will um jeden Preis die Verwirklichung des Projektes. Und das, obwohl unzählige Wissenschaftler vor den Ausmaßen des Staudammes gewarnt haben. Ein großes Problem ist, dass der Jangtsekiang jährlich Millionen Tonnen an Treibsand und Sediment mit sich führt. Wenn der Stausdamm dann den Jangtsekiang abriegelt, wird dessen Selbstreinigung verhindert. Das wird dann zur Folge haben, so Kritiker, dass die Staukapazität des Drei-Schluchten-Staudammes zurückgehen wird. Bisher hat man das Problem der Versandung bei Riesen-Staudamm-Bauten weltweit noch nicht lösen können. Auch nicht beim Gezhouba-Staudamm. Er hat bereits nach sieben Jahren gut ein Drittel seiner Staukapazität verloren. Die Projektleiter wollen dieses Problem mit Hilfe zweier zusätzlicher Stauseen in den Griff bekommen. Diese sollen die Sediment-Ablagerungen aufhalten. Aber es werden auch unzählige Tier- und Pflanzenarten durch das Projekt bedroht, da deren natürlicher Lebensraum zerstört wird. Betroffen sind: 2859 Pflanzenarten und 300 Fischarten
Der chinesische Flussdelphin, der Jangtse-Alligator, Chinesische Stör und der Weißstör sind durch den Bau vom Aussterben bedroht. Bedroht sind auch 22 Tierarten, die auf der Roten Liste aussterbender Tierarten stehen.
Um die Tierarten zu schützen, will man an einem abgesperrten Flussarm des Jangtsekiang ein Reservat errichten, das ökologisch weitgehend noch intakt ist. Auch von den Müllhalden und Fabriken geht eine große Gefahr aus. Kritiker befürchten, dass sich Gifte im Wasser lösen könnten und so den Stausee in eine giftige Kloake verwandeln. Zu dem kommt noch das Methangas, welches durch die Verrottung der Vegetation der überfluteten Gebiete entsteht. Zu allem Überfluss kommt noch hinzu, dass der Staudamm in einem erdbebengefährdeten Gebiet errichtet wird. Im Falle eines Dammbruches würden 300.000 bis eine Million Menschen sterben. Die Erdbeben könnten einerseits durch die Wassermassen ausgelöst werden oder durch das Gewicht des Staudammes.
Andere Risiken sind:
Abflusskapazität der Kanäle zu klein
Der Staudamm liegt genau auf einer geologischen Verwerfung
Alles in Allem sagt man, "Wenn alle Sicherheitsmaßnahmen beim Bau sehr genau eingehalten werden, sei das Risiko eines Dammbruches so groß wie dasjenige eines sogenannten GAU in einem Atomkraftwerk".
Tourismus
Eine wichtige Einnahmequelle im Drei-Schluchten-Gebiet ist der Tourismus. Doch in den Fluten werden die schönsten Teile der Schluchten untergehen, wie zum Beispiel Chinas Loreley, die in Reiseführern mit vier Sternen gekennzeichnet ist. Nach der Stauung wird sie nur noch als Brustbild zu beobachten sein. Wang Liming, Beamter der Nationalen Tourismusbehörde, sagt, dass man nach Beendigung der Bauphasen eine eindrucksvolle Landschaft schaffen will. Die neue Infrastruktur, die entstehen soll, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt für die Tourismusbranche. Allerdings erreiche man nur dieses Ziel, wenn man eng miteinander kooperiere. Gemeint sind damit die Provinzen, wie Hunan, Hubei, Guizhou und die Stadt Chongqing. Das Projekt der Regulierung des Tourismusdienstleistungssektor wird von Lu Bin, Direktor der Stadtplanung an der Universität Peking, als wichtiges und anspruchvolles Projekt, mit zahlreichen schwierigen Faktoren, bezeichnet.
Zwangsumsiedlung in den Überflutungsgebieten
Nicht nur Landschaften werden untergehen, sondern auch ganze Städte, unzählige Dörfer und Fabriken. Einige Beispiele dafür sind die Tempelstadt Fengdu mit ihren archäologischen Stätten, Wanxian (140.000 Einwohner) und Fuling (80.000 Einwohner). Dabei liegen die Probleme bei der Umsiedlung, denn insgesamt müssen knapp zwei Millionen Menschen umgesiedelt werden. Der größte Teil davon sind Bauern. Hier tut sich ein weiteres Problem auf, denn die Bauern müssen auf das ertragreiche Schwemmland des Jangtsekiang verzichten und in die höher liegenden Gebiete ziehen. Doch diese karstigen, klimatischen Hochlagen sind für die Landwirtschaft schlecht geeignet. Experten sagen, dass diese Hochlagen fünfmal weniger Ertrag abwerfen als das Schwemmland. Außerdem befürchtet die Bevölkerung, dass die Versprechungen, die ihnen gemacht wurden, nicht eingehalten werden. Ihnen wurde versprochen, neue, gleichwertige Behausungen zu bekommen. Jeder Umsiedler soll umgerechnet 3000 ? erhalten, doch ob die Gelder ankommen ist wiederum eine andere Frage, denn Dai Qing kritisiert, dass große Teile der Gelder im Korruptionssumpf versickern werden. Außerdem haben Fischer mit hohen Einbußen zu rechen, denn durch den künstlichen Stausee werden die Fischbestände mit Sicherheit zurückgehen.
Alternativen zum Riesendamm
Verschiedene Alternativen wurden der chinesischen Regierung vorgeschlagen: man sollte mehrere kleinere Staudämme an effizienteren Stellen errichten man sollte das Wasser effizienter nutzen, dadurch könnte man den Wasserverbrauch drastisch verringern, wie zum Beispiel Israel, die ihren Wasserverbrauch um das fünffache verringern konnten man sollte Aufforstung betreiben, um die Ausmaße der Überschwemmungen zu verringern
Fazit
Das Projekt ist für China eines der ehrgeizigsten überhaupt und erfüllt China drei Wünsche, nämlich die Sicherung der Energieversorgung, die Zähmung des Jangtsekiang sowie den Ausbau der Infrastruktur zur Entwicklung des Hinterlandes. Die sozialen und ökologischen Folgen und Risiken wurden von der chinesischen Regierung dem Streben nach technischem Fortschritt untergeordnet. Ähnliche Projekte wie der Transrapid, der in Peking geplante Bau des mit 520 m höchsten Gebäudes der Welt und der Einstieg in die bemannte Raumfahrt zeigen, dass China mit diesen Projekten um jeden Preis den Aufstieg zur Weltmacht erreichen will.
Quellen
Literatur
Dai Qing: The river dragon has come! The Three Gorges Dam and the fate of China's Yangtze River and its people. Armonk, N.Y.: Sharpe, 1997. ISBN 0-7656-0205-9
Weblinks
Johannes Gerlinger: Der Drei-Schluchten-Damm
Greenpeace (1997): China: Drei-Schluchten-Damm - das Ökodesaster schreitet voran.  - - - Ende

Zur Eingangsseite der Chinareise