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~~   Zur Entstehung dieser Galerie von Familienbildern   ~~

 


Je älter man wird, um so interessanter wird die eigene Vergangenheit, die Vergangenheit der Familie und überhaupt will man wissen, wer oder was waren eigentlich meine Vorfahren. Mit "älter" meine ich etwa die Zeit, in der man mit Sicherheit die Hälfte seines Lebens hinter sich hat. Spätestens mit dem 50. Geburtstag wird einem das besonders eindringlich vor Augen geführt, zumal dann, wenn man - wie ich - ziemlich genau zum Fünfzigsten seine erste Brille aufsetzen muß. Mit nunmehr schon über 60 will mir der Blick in die Zukunft noch weniger gefallen (auch wenn ich noch viel erwarte) und wende mich daher gerne den vergangenen, meist wirklich schönen Zeiten zu. Viel Wehmut ist jedoch oft dabei, weil in meinen Gedanken sofort Mutti und Renate stehen, deren frühen Tod ich eigentlich nie richtig überwunden habe. Das wichtigste Fernrohr in diese Vergangenheit sind und bleiben für mich die Bilder. (unten)



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Bilder zu sammeln ist eine Leidenschaft von mir. Schon früh ging's damit los. Noch heute erinnere ich mich an den Moment, als ich mit gerade mal 5 Jahren im Krämerladen Margarine kaufen sollte und mit der Margarine das erste Sanella-Bild in Empfang nahm. Ab da gab's bei uns nur noch Sanella und ich bestand auf persönlichem Einkauf. So sammelte ich in Pocking/Niederbayern alle Bilder von Afrika, in Mainz am Rhein gab's Gott sei Dank auch Sanella und die Alben der weiteren Kontinente füllten sich, bis sie ebenfalls komplett waren. Vermutlich ist diese Margarine auch Schuld daran, dass ich bereits ab meinem 13. Lebensjahr bewußt und gewollt mit dem Sammeln von Reiseländern begonnen habe; eine stattliche Sammlung ist daraus geworden, wie man hier nachlesen kann.

Dass ein Bub in früheren Zeiten Briefmarken gesammelt hat, war eigentlich selbstverständlich. Natürlich galt das auch für mich und meine damaligen Freunde. Sogar gekauft habe ich hin und wieder Neuerscheinungen von Marken bei der Post, sofern der schmale Geldbeutel es zuließ. Zum Sammeln von Photos, wenn auch zunächst beschränkt auf Bilder der nahen Familie, bedurfte es allerdings eines konkreten Anlasses. Und der kam am 11. Oktober 1958. Es war der Todestag von Mutti. Schmerzlich mußte ich nämlich feststellen, dass wir von Mutti nur sehr, sehr wenige Bilder hatten und die waren meistens noch winzig klein, wie sie damals halt so üblich waren. An den fünf Fingern konnte ich diejenigen Photos abzählen, die für eine vernünftige Vergrößerung mit gerade noch ausreichender Qualität überhaupt in Betracht kamen. Mein dringlichster Wunsch an den Weihnachtsmann im Jahr 1958 nach einer guten Kamera ging in Erfüllung. Ab diesem Zeitpunkt mußte die ganze Familie ziemlich regelmäßig vor meine Linse und die Photos füllen heutzutage - neben den vielen ausschließlichen Reisealben - so einige Bände.

Einen erneuten Schub erhielt mein Sammeln von Familienphotos durch den allzu frühen Tod von Renate am 20. Januar 1986. (Kaum zu glauben, wie lange das schon wieder her ist.) Sämtliche Verwandten in Nah und Fern wurden von mir angeschrieben oder auch besucht in der Hoffnung, vielleicht noch das eine oder andere unbekannte Bild unserer Familie aus alten Zeiten ausfindig zu machen. Was ich eigentlich nicht gedacht hätte, es kam tatsächlich so einiges an Neuem zu Tage. Aber das war's jetzt wohl endgültig, denn woher sollte weiters kommen? Im Frühjahr 2005 klingelt das Telefon und zu meiner großen Freude und Überraschung, es war Tante Lolita aus New York, die wohl beste Freundin von Mutti aus ihrer Schulzeit in Berlin. Obwohl Tante Lolita 1934 aus Hitler-Deutschland fliehen mußte, ist der Kontakt zu ihr - zunächst mit Mutti, dann mit mir - nie ganz abgebrochen. Nunmehr 88-jährig wollte sie Berlin, die Heinrich von Kleist-Schule, schlicht ihre Kindheit nach so langer Zeit wenigstens ein einziges Mal wiedersehen (es wird bei einem Mal nicht bleiben). Und mich - den Sohn ihrer Freundin Hanni - möchte sie gerne dabei haben.

Der Besuch in Berlin war nicht nur für Tante Lolita, sondern auch für mich aufregend und mit viel Gefühl verbunden. Die Schule existiert tatsächlich noch und wir sind den ehemaligen Schulweg von Tante Lolita und Mutti zusammen gegangen. Sogar in die Schule sind wir gekommen, in der heute eine Gedenktafel an die jüdischen Mitschülerinnen erinnert. Emotion pur bei Tante Lolita wie man sich unschwer vorstellen kann und vielleicht ein bißchen Versöhnung mit Berlin und der schlimmen Vergangenheit. Natürlich hat Tante Lolita auch alte Photos aus ihrer Berliner Zeit - wie sie mir erzählt - sogar einige von ihr zusammen mit Mutti. Sie will Abzüge davon schicken. Erst ihr zweiter Brief findet den Weg nach Düsseldorf und zu meiner Freude, nicht alle Bildchen sind mir bekannt. Winzig klein sind die meisten von ihnen, was mich diesmal allerdings auf eine Idee bringt: Warum nicht einfach scannen und im Computer vergrößern? Vielleicht bringt es ja was.

Nun, ich meine, es hat was gebracht. Sonst hätte ich auch nicht angefangen, sogar Bilder aus meinen Familienalben zu scannen und als Bildergalerie auf die Homepage zu setzen. Natürlich will ich damit nicht erreichen, dass nunmehr alle Welt weiß, wie ich so als Bub in Lederhose und Klämmerchen im Haar ausgesehen habe oder dass Heidi vor 50 Jahren gar nicht so viel anders ausgesehen hat als heute. Da ich aber glaube, daß - neben mir - der eine oder andere Verwandte und Bekannte ebenfalls Freude und Spass an den alten Bildern haben könnte, sollen sie aus dem Internet abrufbar sein. Dies gilt auch für Tante Lolita in New York, die ich als Urheberin dieser Galerie bezeichnen möchte. So nach und nach wird diese Familiengalerie sicherlich immer umfangreicher werden. Das merke ich jetzt schon, denn auf jedes neu gescannte Bild bin ich gespannt. Verschüttete Erinnerungen, ehemals empfundene Gefühle und längst vergessene, an sich völlige Nebensächlichkeiten tauchen aus dem tiefen Bewußtsein beim Anblick der so anders gearteten, plastischer wirkenden Bilder erstmalig in mir auf; dies obgleich ich die Photos schon seit jeher kenne.

Eine ganze Menge Arbeit habe ich mir mit der Bildergalerie jedoch aufgehalst. Das Wenigste ist das Scannen. Viele der alten Bilder sind nämlich zerkratzt, haben sonstige Macken oder Staub hat sich dazwischen gesetzt. Also heißt es, die Bilder auch zu bearbeiten. Und das kann schon mühsam sein, wenn das Bild halbwegs ordentlich wirken soll. Oft stört sogar ein einzelnes Pixel. Auch die Farbe - selbst bei schwarz-weiß - und der Kontrast haben so ihre Tücken. Nicht selten muss daher ein Bild aus unterschiedlicher Bearbeitung neu zusammen gesetzt werden. Am ärgerlichsten bleibt für mich jedoch, dass gerade die wenigen Bilder von Mutti oft verwackelt, verschwommen oder besonders arg ramponiert sind. Eins ist mir durch das Erstellen der Galerie zudem klar geworden, dass Mutti ganz offenbar die treibende Kraft fürs Fotografieren war und deshalb auch die wenigsten Bilder von ihr existieren.

Noch ist mir allerdings unklar, wie ich eine Ordnung in die Bilder bringen soll. Wo beginne ich, wo höre ich auf ? Von A - Z durch alle Alben zu gehen, wäre ein Mammutunternehmen, das sicher schon ein Rentnerdasein erfordert. So weit bin ich aber - Gott sei Dank - noch nicht. Bislang habe ich lediglich die wenigen Bilder aus Thalkirchdorf/ Allgäu, unserem ersten Asyl nach der Flucht aus Lötzen in Ostpreußen, chronologisch geordnet. Ob die zeitliche Reihenfolge jedoch immer stimmt, wird sich wohl nie ganz klären lassen. Auch die Bilder unseres folgenden Asylortes, nämlich Pocking in Niederbayern, sind nicht üppig und werden deshalb bald ihren Platz in der Galerie gefunden haben. Um diesen Absatz infolge des Fortschritts der Galerie allerdings nicht immer wieder umschreiben zu müssen, gibt es nunmehr eine weitere Seite auf der Homepage mit dem Namen 'Familienbilder nach Zeiträumen'. Sie beinhaltet genau das, was der Name auch aussagt und kann oben und unten im Menu aufgerufen werden. Weiteres will ich hier nicht mehr schreiben außer daß ich Dir (Euch oder Ihnen) viel Freude beim Anschauen der alten Familienbilder wünsche.

Vielleicht doch noch eins. Enorm schwierig wird manchmal die zeitliche Einordnung von Einzelbildern. Am besten kann mir dabei noch heute Renate helfen. Denn ihre Frisur gibt immer klare zeitliche Zäsuren vor. Auch der Schmuck und die Kleidung bieten wichtige Hinweise. Und natürlich sind die Ferien Meilensteine, da man sie erstens nicht vergisst und zweitens in dieser Zeit am meisten fotografiert wurde. Die Veränderung der Gesichtszüge hilft dagegen kaum weiter. Man verändert sich durch die Jahre - Gott sei Dank - nur minimal. Gleiches gilt auch für den Haarausfall von Vati. Ein Lob muss ich noch Tante Marga aussprechen. Denn alle Bilder die von ihr gekommen sind, tragen auf der Rückseite das Aufnahmedatum sowie einen Hinweis zum Anlass.

Mein Rat: Genieße die Gegenwart, denn allzu schnell ist sie Vergangenheit


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